Smartphone-Viren vor dem Durchbruch
Issured at : 23/05/2009 By Der Standard, AT
Um etwas mehr
Klarheit in diese Angelegenheit bringen zu können, haben die US-amerikanischen
Forscher über sechs Millionen anonyme Telefonie-Daten von Nutzern analysiert.
Man geht davon aus, dass die lange Stille in Sachen Malware auf den
Smartphones bald
zu einem Ende kommen könnte.
Betrachtet man die
Sache aus wissenschaftlicher Sicht, so zeichnet sich eine interessante Theorie
ab. Ottonormalverbraucher dürften derzeit nur selten betroffen sein. Als
mögliche Verbreitungsmethoden nannten die Forscher
Bluetooth und
MMS. Möglich sei auch eine Kombination beider Technologien.
Auf den Aspekt der
Bluetooth-Schädlingsverbreitung gehen die Experten näher ein. Attacken im
Umkreis von bis zu 30 Metern wären denkbar. Deutlich gefährlicher wird es, wenn
Unternehmen von
zielgerichteten Angriffen heimgesucht werden. Ein Forscher spricht von einem
erschreckenden Szenario. Während man bei Bluetooth hinsichtlich der Entfernungen
eingeschränkt ist, gibt es bei MMS kaum Grenzen. Daher gilt diesem Bereich ein
noch größeres Gefahrenpotenzial. Unter anderem wäre eine Verbreitung anhand der
Einträge im Telefonbuch denkbar. Entsprechend würde sich auch eine umfassende
Infektion ergeben. Im Allgemeinen gelten SMS-Würmer als ernst zu nehmende Gefahr.
In China habe man bereits erste Schädlinge dieser Art gesichtet. Ein globaler
Ausbruch sei durchaus denkbar.
Eine besonders große
Angriffsfläche bieten die
Betriebssysteme,
die häufig verwendet werden. Auf dem Sektor der Smartphones ist der
Spitzenreiter Symbian mit etwas 50 Prozent Marktanteil. Derweil rätselt man,
warum es bislang so selten Angriffe auf diesem Gebiet gab. Ein maßgeblicher
Grund für diese Stille könnte der geringe finanzielle Nutzen sein. Sollte sich
beispielsweise mobiles Internet-Banking durchsetzen, dürfte dies auch direkte
Auswirkungen auf die Infektion der Geräte haben. Aber bis auf Weiteres werden
primär Windows-Systeme infiziert, weil hier generell sehr viel mehr erbeutet
werden kann. (gS-)