Mobilfunk-Gefahr: Langzeitbombe Handyvirus
Issured at : 24/05/2009 By www. handysurvey.de
Datenklau, Funktionsstörungen,
Spamversand: Handyviren bergen viele Gefahrenpotentiale. Zwar stellen die
Software-Schädlinge bisher noch keine große Gefahr dar, doch Experten rechnen
mit rasch zunehmender Verbreitung. Vorsicht ist geboten.
In der Urlaubssaison gehen mit ihren
Besitzern auch Handys auf Reisen. Aber aufgepasst: Wer durch Ballungsräume im
Nokia-Mutterland Finnland, in Russland oder Ostasien streift und ein Smartphone
sein Eigen nennt, muss mit erhöhtem Infektionsrisiko für seinen täglichen
Begleiter rechnen. Denn dort gelten Handyviren anders als hierzulande bereits
heute als vergleichsweise weit verbreitet. Der falsche Umgang mit einer MMS oder
einer per Bluetooth eingegangenen Datei kann dem Handy schnell den Garaus machen.
Mobiltelefon mit Bluetooth: Über den
Kurzstreckenfunk könnten Viren auf das Handy übertragen werden
Grund zur Panik besteht nach
Expertenmeinung derzeit (Mai 2008) aber nicht – obwohl es sich schnell
ändern kann.
Die Hochkonjunktur der mobilen Schädlinge ist noch nicht angebrochen. Nachdem
schön in 2004 der erste Handyvirus entdeckt wurde, ist die Zahl der Würmer,
Viren und Trojaner im mobilen Bereich mit den Jahren stetig gestiegen. Noch aber
bietet sich der sogenannten Malware kein idealer Nährboden für ihren
zerstörerischen Feldzug. "Im Moment kann man die Lage entspannt sehen", sagt
Experte Markus Eckstein von der Zeitschrift "connect": "Die Schädlinge werden in
die Welt gesetzt und verhungern wieder."
Der Grund: Smartphones bieten mit ihren
offenen Betriebssystemen zwar Anreiz für Programmierer in böser Mission. Sie
sind aber noch nicht weit genug verbreitet. Zudem hat in der Welt der kleinen
Alleskönner noch keines der Betriebssysteme eine marktbeherrschende Stellung
ergattert, auch wenn Symbian am weitesten verbreitet ist.
Vorsicht vor MMS
und Bluetooth-Übertragungen
Anders als beim PC und der
hochprozentigen Marktdurchdringung mit Windows-Betriebssystemen biete sich im
Bereich der Handyviren schlicht die Schwierigkeit der Verbreitung, meint
Eckstein
Für Smartphone-Besitzer gibt es
allerdings auch jenseits der Urlaubssaison Grund zur Vorsicht - immer dort, wo
viele Menschen auf einem Fleck verharren und sich spontane Bluetooth-Netze
bilden: an Bahn- und Flughäfen, bei Konzerten, in der U-Bahn, im Café. Zum
Verhaltenskodex sollte dann gehören: Keine Dateien über Bluetooth annehmen, am
besten die Empfangsbereitschaft auf "off" stellen.
Ebenso sollten MMS-Nachrichten fremder
Absender verschmäht werden, rät Eckstein. Wer auf Nummer sicher gehen will, dem
seien der Kauf und die Installation von Firewalls und mobilen Virenscannern
empfohlen: Die Schädlingsblocker "laufen im Hintergrund und aktualisieren sich
selber", weiß der Redakteur. Sicherheitskopien sensibler Daten, etwa des
Adressbuches, seien ebenso sinnvoll.
Virenepidemien
sind nur eine Frage der Zeit
Hersteller wie F-Secure, Kaspersky oder
Trend Micro bieten Scanner für die gängigen Smartphone-Betriebssysteme Windows
Mobile, Palm OS oder Symbian 60 für rund 20 bis 40 Euro an. "Aber die Hersteller
halten sich mit Angeboten zurück", sagt Eckstein. Bei Kaspersky heißt es etwa:
"Der Markt ist nicht sonderlich groß, die wahren Gefahren lauern nicht in
Zentraleuropa."
Der Einzelfall ist dennoch ärgerlich:
Denn steckt sich das Handy an, so wird es im schlimmsten Fall komplett außer
Gefecht gesetzt und startet nicht mehr. Verläuft die Sache glimpflicher ab,
sperren die Viren Speicherkarten, saugen den Akku leer oder machen optische
Mätzchen. Denkbar sind auch Phishing-Attacken, um etwa sensible Daten
auszuspähen. Wird das Handy zunehmend als Bezahlmittel genutzt, steigt der
Anreiz für Betrüger.
GEFAHREN VON
HANDYVIREN
Auf einem Mobiltelefon können Schadprogramme:
- vom Nutzer unbemerkt eine Massenaussendung von SMS und MMS durchführen. Dann
droht eine böse Überraschung mit der Monatsabrechnung. Der Virus kann auch
kostenpflichtige Nummern anrufen;
- Daten des Nutzers vernichten (zum Beispiel das Telefonbuch und andere Dateien),
vertrauliche Informationen stehlen oder einzelne Funktionen wie Telefon, SMS,
Spiele und Kamera oder den gesamten Apparat blockieren;
- den Telefonakku schneller als normal entladen;
- unter dem Namen des Nutzers per E- Mail, MMS, W- Lan oder Bluetooth infizierte
Daten verschicken. Sie versenden etwa Mitteilungen an die Empfänger aus dem
Adressbuch, um sich selbst zu verbreiten;
- bei der Synchronisation des Smartphones mit dem Computer einen schädlichen
Code auf den PC senden.
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